Wenn der Immobilienkauf knapp auf Kante genäht ist

„Knapp auf Kante genäht – Wenn sich Immobilienkäufer finanziell übernehmen …“

Immobilienbesitz ist derzeit sehr begehrt. Der Immobilienkauf boomt. Das gilt für die selbst genutzte Immobilie wie für Kapitalanlagen. Keine Frage, eine Investition in Immobilien ist eine gute Sache. Aber nicht für Jedermann. Auch wenn es nach außen oft so dargestellt wird.

Ein Immobilienkauf ist nicht für Jedermann geeignet

Auch in Sachen Altersvorsorge vertraut man der Immobilie statistisch gesehen mehr als allen anderen Anlageformen. Doch ist der Immobilienkauf auch wirklich für jeden geeignet?

Dieser Frage gehen wir im heutigen Blogbeitrag nach.

Aufgrund der aktuellen Zinssituation kommen viele Menschen jetzt in den Genuss ein eigenes Haus zu erwerben. Selbst ohne Eigenkapital und nur mit durchschnittlichem Einkommen ist der Immobilienkauf inzwischen für viele Interessenten theoretisch möglich.

Käufer, die noch vor ein paar Jahren kein Darlehen für eine Immobilie bekommen hätten, können jetzt plötzlich sechsstellige Summen finanzieren. Allerdings sollte dann nichts mehr schief gehen. Bei manchen Käufern darf nicht mal die berühmte Waschmaschine kaputt gehen.

Tatsache ist, dass heutzutage Käuferklientel unterwegs ist, wo es finanziell schon vor dem Kauf finanziell sehr angespannt ist. Viele Baufinanzierungen werden bis auf den letzten Euro ausgereizt. Diese Erfahrung machen wir als Versicherungs- und Immobilienmakler regelmäßig. Es fängt schon bei der Beratung zur richtigen Wohngebäudeversicherung an. „Billig muss sie sein. Immerhin ist die Rate doch schon so hoch…“. So beginnt oft das Beratungsgespräch aus Kundensicht.

Risiko – Fehlende Rücklagen!

Hier wird bereits am falschen Ende gespart. Das ist in etwa so, als wenn ein Käufer eines Luxuswagens diesen nur mit Haftpflicht ohne jeglichen Kaskoschutz versichern würde. Nur mit einem Unterschied: Das Auto lässt sich evtl. noch verkraften, wenn es an die Wand gesetzt wird. Bei der eigenen Immobilie kann im Schadensfall ganz schnell die Existenz gefährdet sein.

Darüber hinaus bleibt oftmals kein Geld für ein Rücklagenkonto übrig. Das ist allerdings nötig, um zu einem späteren Zeitpunkt die Reparaturkosten am Haus zu bedienen.

Selbst eine bereits vorhandene Altersvorsorge fällt nicht selten dem Immobilienkauf zum Opfer. Rentenversicherungen werden entweder reduziert oder ganz aufgelöst. Alles für den Traum vom eigenen Haus.

Und damit der Traum vom Eigentum nicht zum Alptraum wird, ist eigentlich genau das Gegenteil notwendig: Es müssen gerade jetzt Rücklagen gebildet werden, die Altersvorsorge weitergeführt, und die bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung und das Krankentagegeld erhöht werden. Im besten Fall sichert man mit einer Risikolebensversicherung noch seine Liebsten ab, damit diese im Todesfall des Hauptverdieners nicht vor dem Ruin stehen.

Wenn man dazu nicht finanziell in der Lage ist, sollte man sich den Kauf einer Immobilie gut überlegen. Denn sonst ist das Abenteuer von den eigenen vier Wänden schon ziemlich knapp auf Kante genäht und früher oder später zum Scheitern verurteilt.

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